Messer können auf vielerlei Art und Weise geschärft werden. Mit dieser Methode erhält man eine gute Klinge für den allgemeinen Einsatz.
Sicherheitshinweis: Wie mein Großvater zu sagen pflegte, „Schneide immer von dir weg, dann schneidest du dich nicht.“
Herausragende Fotos von Christy Canida, der Walfleischerin.
Hier seht ihr, wie sie mit diesen Messern einen Wels häutet und filetiert.
Scharfes Werkzeug war den Menschen immer schon wichtig. Es wurden sogar Tausende von Jahren alte Überreste eines Moormenschen gefunden, der einen Wetzstein als Anhänger um den Hals trug.
Im ersten Video seht ihr, wie ihr aus einem handelsüblichen Wetzstein oder irgendeinem anderen weichen, abreibenden Stein euren eigenen Moormenschenstein basteln könnt.
Zuerst machen wir einen Bohreinsatz aus einem Nagel, dann bohren wir ein Loch in den Stein, sägen den Stein in der Mitte durch und flachen ihn ab. Genau so hätte es der Moormensch in grauer Vorzeit auch gemacht, wenn er einen Akkubohrer gehabt hätte.



Das zweite Video zeigt, wie man ein Schlachtmesser und wie man ein Schnitzmesser schärft. Dieses Messer habe ich einem Schmied-Ehepaar in China abgekauft. Die Schmiederei scheint in vielen Teilen der Welt ein Job für Eheleute zu sein.



Links zu den Videos im iPod-Format findet ihr am unteren Rand der Seite.

Schritt 1: Die Klinge wird untersucht

Dazu halten wir die Klinge in helles Licht, z. B. in die Sonne. In abgeflachten Stücken und Scharten spiegelt sich das Licht wieder.
Bei dieser Klinge hier sehen die letzten paar Zentimeter an der Spitze ziemlich übel aus.

Schritt 2: Klingenprobe mit dem Daumennagel

Jetzt wird die Klinge über den Daumennagel geführt, um zu sehen, ob sie rutscht oder hängenbleibt.
Rutscht die Klinge, ist sie stumpf, zumindest im betreffenden Bereich.
Sicherheitshinweis: Versucht bitte, euch nicht den Daumen abzuhacken.

Schritt 3: Der Wetzstein

Kauft euch für einen Euro einen Wetz- oder Abziehstein im Chinaladen. Wenn es bei euch keinen Chinaladen gibt, kümmert euch darum, dass einer eröffnet wird, oder zieht in eine zivilisiertere Gegend.
Das ist ein „Wasserstein“, das heißt, man gießt beim Messerschleifen immer wieder Wasser darüber, um den Schleifstaub abzuspülen. Manche Leute mögen „Ölsteine“ lieber. Bei denen gießt man Öl drüber. Manche Wetzsteine sind von Natur aus ölig. Sobald Öl im Spiel ist, können wir mit Wasser nicht mehr viel ausrichten.
Dieser Stein hier wurde schon öfter gebraucht und ist daher in der Mitte eingedellt. Das macht es schwierig, das Messer im richtigen Winkel an den Stein zu halten. Wir müssen ihn also abflachen.
Bei Messern ist es eigentlich relativ egal, aber sobald man versucht, Hobelklingen zu schleifen, ist ein flacher Stein ein Muss.

Schritt 4: Der Stein wird flachgerieben

Gießt etwas Wasser auf den Gehsteig und reibt den Stein so lange am Boden, bis er flach ist. Dabei muss kräftig gedrückt werden.
Ich höre mir dabei „The Great War for Civilization“ von Robert Fisk an, um endlich zu verstehen, was im Nahen Osten danebengegangen ist.

Schritt 5: Die Schneide wird dünner gemacht

Jetzt reiben wir das Messer bei einem Winkel von 5 Grad an der groben Seite des Steins. Welchen Strich und welche Richtung, ist egal.
Es geht nur darum, den Bereich um die Schneide etwas dünner zu machen, um später weniger Arbeit zu haben.
Bei jedem der nun folgenden Schleifschritte wird der Winkel ein wenig erhöht.
Damit wird gewährleistet, dass der Stein immer mit frischem Metall abgerieben wird.
In den Kommentaren zu dieser Anleitung werden mit Recht immer wieder die Vorzüge eines 20-Grad-Winkels bei Messerschneiden (d. h., das Messer wird mit einem 10-Grad-Winkel gegen den Stein gehalten) oder eines 17,5-Grad-Keils erwähnt. Ich glaube, meine selbstgebaute Hobelschleifvorrichtung ist auf 27,5 Grad oder so etwas Superschlaues eingestellt.
Bitte tut euch keinen Zwang an und arbeitet ruhig mit euren Winkelzahlen statt mit meinen.
Die Winkel, die ich genannt habe, sind nicht besonders wichtig. Wichtig ist allerdings, sie mit jedem Schritt zu erhöhen.

Schritt 6: Endlich beginnt das Schärfen

Dreht den Stein um und zieht die Schneide bei einem Winkel von 6 Grad nach vorn. Zuerst die eine Seite des Messers, dann die andere. Dabei schneidet ihr in Richtung des Steins.

Schritt 7: Wir setzen noch einen drauf

Ihr habt eure Freunde jetzt schon in Gefahr gebracht, indem ihr ein Messer geschärft habt, von dem sie ausgehen, dass es stumpf ist.
Und jetzt wird es sogar noch schärfer. Besorgt euch Schleifpapier mit 600er Körnung und legt es auf ein Stück Glas.
Jedes andere flache Ding tut es auch, aber Glas ist besonders beliebt. Ich habe gesehen, wie Holzschnitzer der Tlingit und der Maya diese Technik anwenden.
Macht bei einem Winkel von 7 Grad ein paar Streichbewegungen nach vorn und wechselt die Seite. Zwei Striche pro Seite sind genug, denn es wird nur eine winzige Menge Metall abgerieben. Wer wahnsinnig ist oder ganz was Besonderes sein will, kann jetzt noch feinere Körnungen wie 1200 oder noch höher anwenden.
Vielen Dank an alle Kommentatoren für ihre sehr wahren Bemerkungen über Klingenwinkel. Außer professionelle Scharfschützen tendieren wohl alle von uns dazu, kleine Winkel zu überschätzen. Das heißt, dass eure 7 Grad wahrscheinlich eher 12 Grad sein werden. Das Wichtigste ist, sich die Klinge anzusehen, sie zu prüfen und den Winkel zu erhöhen, bis bei jedem Strich nur noch minimale Mengen Schleifstaub abgerieben werden. Dicke Klingen werden immer mit größeren Winkeln geschärft als eigentlich beabsichtigt. Eine dicke Klinge wird niemals dünn genug.
Manche Dinge wie Hobeleisen und Meißel brauchen eine gleichmäßig abgeschrägte Schneide. Dafür empfiehlt sich eine Einspannvorrichtung, um einen unveränderlichen Winkel zu erreichen. Bei Hobeleisen scheinen die Leute den größten Fanatismus zu entwickeln.

Schritt 8: Schneidet euch das Bein ab

Besser nicht.
Dieser Schritt ist völlig unnötige Angeberei. Klar sind die Leute damit zu beeindrucken, ganz besonders dann, wenn sie euch und euren blutenden Stumpen danach ins Krankenhaus bringen müssen.
Schmiert euer Bein mit der abrasiven Paste ein, die beim Abflachen des Steins angefallen ist.
Dann zieht ihr das Messer mit der Klinge nach hinten über die Paste.
So macht das beispielsweise der Barbier. Dabei werden mikroskopisch kleine Härchen von der Klinge abgezogen, damit sie noch stärker und schärfer wird.
Auf diese Weise werden Rasierklingen geschärft. Allerdings nimmt jeder vernünftige Mensch dazu nicht sein Bein, sondern ein Stück Leder namens Streichriemen, das mit Schleifstaub aus Granat eingerieben wurde.
Mein Großvater fand den Streichriemen auch zum Züchtigen seiner Kinder recht praktisch. Sein Sohn, mein Onkel „Bird Dog“, versuchte sich ohne vorherige Anweisung zu rasieren und machte dabei einen Riesenschnitt in den Streichriemen. Bei der folgenden Bestrafung verpasste ihm die neue scharfe Kante einen Schnitt, er blutete überall, und meine Großmutter kam aus dem Haus gestürzt mit ausgeprägten neuen Theorien über körperliche Züchtigung. Sie war halb so groß wie mein Großvater und doppelt so stark. Danach durften die Kinder das Abendessen eine Weile sitzend einnehmen.

Schritt 9: Don Montague prüft die Klinge

Bei seiner Methode zur Klingenprüfung wird die Schneide auf dem Daumennagel balanciert, um zu sehen, ob sie abrutscht oder hängenbleibt.

Schritt 10: Improvisierte Wetzsteine

Nehmen wir an, ihr steht in der Küche eurer (oder eures) Angebeteten und versucht verzweifelt, mit einem stumpfen Messer eine Tomate zu schneiden.
Ihr macht sie zu Brei, schmiert die Haut überall herum und fühlt euch ganz und gar nicht sexy.
Ihr kramt die Bestecklade durch und findet nicht ein Ding, das zum Messerschleifen gedacht wäre.
In euch wächst das Verlangen, ausfällig zu werden.
Halt.
Verwendet stattdessen einen improvisierten Wetzstein. Hier ist eine kurze Liste von Dingen, die funktionieren könnten:
die Unterseite des Toilettenspülkastendeckels
der unglasierte Ring an der Unterseite eines Tellers oder anderen Keramikguts
ein mit Schleifpapier beschichtetes Holzbrettchen zur Maniküre
ein Ziegel
ein Blumentopf
alle Gegenstände aus Aluminium: Diese sind mit einer Schicht Aluminiumoxid überzogen, einem guten Schleifmittel. Diese Methode eignet sich allerdings nur für den letzten Schliff.
Post a comment
"I Made It" comments require images. Uncheck for normal comment.
Be nice!

Noch keine Einträge.
Sei der Erste!

    Über dieses Instructable

    4.945 Besucher

    25 Favoriten

    Veröffentlicht:
    Okt 4, 2013

    Lizenz:

    Bio: Tim Anderson is the author of the "Heirloom Technology" column in Make Magazine. He is co-founder of www.zcorp.com, manufacturers of "3D Printer" output ... Mehr »

    Mehr von TimAnderson:

    磨刀的技巧 ナイフの研ぎ方のこつ Trucos para afilar un cuchillo